• sl1

    Energie muss man ganzheitlich denken

  • Sl2

    „An Optionen ist gut, dass man sie hat“ (Gerhard Schröder)

  • SL3

    Ohne verlässliche Rahmenbedingungen keine Investitionen

  • SL4

    Die Naturgesetze entziehen sich der politischen Entscheidung

  • SL5

    Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben

  • SL6

    Dauerhafte Subventionen führen zur unternehmerischen Hirnerweichung

Alle machen Wind

Kluge Energieversorger kaufen antizyklisch Windkraftbauer und - projektionsfirmen, denen es gerade dreckig geht. So erwarb MVV Energy zunächst den Projektierer "Windwärts" aus Hannover und übernahm jetzt 51 Prozent des hoffnungslos überschuldeten Windkraftbauers Juwi, deren Gründer noch im letzten Bundestasgswahlkampf mit einer "Liebeserklärung an Frau Merkel" in Buchform reüssierten. Solche Firmen setzten auf verlässliche Rahmenbedingungen, sprich garantierte Rendite für 20 Jahre. Andere Windkraftfirmen wie Prokon sind unter dubiosen Bedingungen in die Pleite gerutscht. Die Anleger verlieren die Hälfte ihres Kapitals. Vor allem fondsfinanzierte Betreiber halten in der Regel nicht ihre Rediteversprechen oder gehen Fond für Fond baden. In etlichen Regionen werden die Onshore-Windanlagen inzwischen gegen neue ausgetauscht. Von 60 Meter Nabenhöhe bis auf 160 Meter. Da herrscht selbst im Binnenland Nordseeklima. Aber dieses Repowering benötigt frisches Geld und geht häufig mit einem Eigentümerwechsel einher. Theoretisch werden vier Altanlagen durch eine neue ersetzt. Doch mancherorts verpennt der Gemeinderat seinen kommunalen Planungsvorbehalt und es entstehen genausoviele neue Anlagen, wie vorher alte dort standen. Bayern schießt den Vogel ab. Das Bundesland verfügt über kaum verbrauchs-und lastnahe Stromerzeugung, versucht den Strom aus norddeutschen Wiindanlagen über neue Hochspannungsnetze zu verhindern und schreibt trotzdem so große Abstände zwischen neuen Windrädern vor, dass es praktisch keine geben wird. Die großen Energieversorger wollen Großkraftwerke. Sie versuchen das Ruhrgebiet auf die hohe See zu verlagern. Gerade hat RWE den riesigen Offshore-Windpark Nordsee-Ost vor Helgoland in Bertrieb genommen. Und EnBW nimmt demnächst seinen zweiten Windpark Baltik 2 in der Ostsee in Betrieb auf 37 km² Fläche und mit gut einem Drittel höheren Windrädern als noch im Windpark Baltik 1. EnBW geht es ähnlich wie Bayern: Bald keine eigenen Atom- oder Kohlkraftwerke. Aber dafür Investiionen auch in Offshore.
E.on zieht seit Jahren die Speere der Gegner auf sich, egal was das Unternehmen macht. Weltweit wird durchaus in Offshore investiert, auch wenn die ersten Windparks schon wieder abgestoßen werden. "Klimalügner" ist das Bonbon, dass Kritiker dem Konzern an die Jacke kleben, obwohl er auch im Inland in Wind und Biomasse investiert und sich an Offshore-Windparks beteiligt. Überhaupt hat E.on Renewables ein eisernes E.on-Gesetz durchbrechen dürfen und Fremdbeteiligungen in die Projektfinanzierung integriert.
Allen allerdings ist ein wesentliches Moment gemeinsam: Die Investoren haben sich vom Markt verabschiedet und setzten auf staatliche Regulierung und mehr oder weniger garantierte Preise. Der Strukturwandel in der Windbranche ist bereits heute virulent. Wenn ab 2017 solche Projekte europaweit ausgeschrieben werden müssen, dann gewinnen die guten Standorte (das ist gut) und die kapitalstärksten Anbieter. Mittelstand und auch mittlere Stadtwerke werden in die Röhre gucken. Das schadet nicht der Versorgungssicherheit, aber dem Wettbewerb und der Innovationsbereitschaft.
Reinhard Schultz

 

Reinhard Schultz, Inhaber

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