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Die Superspreader von Tönnies

Die Einlassungen der Firma Tönnies sind hanebüchen.

Die „Mitarbeiter“ aus Osteuropa sind überwiegend scheinselbstständig und damit rechtlos im Betrieb und in einer Art Kasettenhuhnhaltung „Arsch an Arsch“ untergebracht. Sie arbeiten im Akkord und gehen dabei oft an ihre physischen Grenzen. Den Ausbruch mit Familienbesuchen zu erklären ist grotesk und zynisch. Selbst wenn ein „selbstständiger“ Zerleger sich den Infekt in seiner Heimat eingefangen haben sollte, reicht das als Erklärung für die sprunghafte Verbreitung nicht aus. Tönnies ist der Pate der Fleischbranche, die dringend reformiert werden muss. Dagegen wehrt er sich seit Langem. Er ist einer der größten Sünder, aber nicht der Einzige.

Siehe auch Pressebericht

Autor: Reinhard Schultz

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Eine Antwort

  1. Joachim Falkenhagen sagt:

    In den USA war schon seit längerer Zeit bekannt, das Schlachthöfe zu Hotspots der Corona-Infektionen werden können bzw. dort wurden, vgl. https://www.washingtonpost.com/business/2020/04/25/meat-workers-safety-jbs-smithfield-tyson/.
    Das hatte dort schon im April zu Schließungen, Engpässen (vgl. https://www.washingtonpost.com/business/2020/04/28/meat-industry-supply-chain-faq/ derzeit frei zugänglich, auch „..outbreak of coronavirus, adding to concerns that slaughterhouse logjams will tighten meat supplies for consumers…· Apr 20, 2020“) und schließlich einer prädisentiellen Anordnung geführt, die Schlachthöfe in Betrieb zu lassen (Trump „… signed an executive order Tuesday that compels slaughterhouses to remain open,… · Apr 29, 2020“,
    Dazu auch „Supply-chain bottlenecks from one industry’s high concentration level already have led to President Donald Trump invoking the Defense Production Act to keep food supplies flowing. On April 29, he ordered meat-processing giant Tyson Foods Inc. and other slaughterhouses to keep their plants open — despite Covid-19 outbreaks that have sickened thousands.” in: The Big Keep Getting Bigger in the Pandemic-Rearranged Economy; By David McLaughlin | Bloomberg, May 5, 2020 at 7:33 p.m; nach https://www.washingtonpost.com/business/on-small-business/the-big-keep-getting-bigger-in-the-pandemic-rearranged-economy/2020/05/03/61e85c8a-8d2d-11ea-9322-a29e75effc93_story.html

    “How did the biggest cluster in the US emerge in a corner of South Dakota? Infections spread like wildfire through a pork factory and questions remain about what the company did to protect staff. On the afternoon of 25 March, ….” https://www.bbc.com/news/world-us-canada-52311877?SThisFB&fbclid=IwAR0fkFVbcn3G5SvxFDbvdncgnNVcyMhch3goz9rdQdBpAL-KuqLp9GTaJRs
    “Smithfield Foods employee tests positive for coronavirus; Trevor J. Mitchell Sioux Falls Argus Leader, Mar 26, 2020“ https://eu.argusleader.com/story/news/2020/03/26/smithfield-foods-employee-tests-positive-coronavirus/2914475001/ (pork processing) am 12.4.2020: https://www.smithfieldfoods.com/press-room/company-news/smithfield-foods-to-close-sioux-falls-sd-plant-indefinitely-amid-covid-19
    Smithfield hat auch Werke in Deutschland.
    Auch von Tönnies und Co. wurde Monate später der Eindruck erweckt, diese Infektionen wären völlig unvorhersehbar oder überraschend über sie gekommen – vielmehr finde ich die Annahme viel plausibler, dass man genau wußte, was da in den Werken passiert, aber so lange weggeschaut hat in der Hoffnung, das alles fliegt erst auf, wenn sowieso schon die meisten Beschäftigte durchimmunisiert sind.
    Aufschlußreich ist auch, dass selbst zwei Mitarbeiter, die einen Kontakt zu anderen infizierten meldeten, munter in der Arbeit belassen worden sind, und dadurch die Durchseuchung erst einer großen Arbeitsgruppe, dann fast des ganzen Schlachthofes „bewirkt“ wurde.

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