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Chancen für grüne Gase im Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Schultz projekt consult

Chancen für grüne Gase im Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Biomethan Gebäudeenergiegesetz GEG

Heute, am 18.6.2020, wurde die finale Version des Gebäudeenergiegesetzes verabschiedet. Sandra Rostek, Hauptstadtsprecherin der Bioenergieverbände, zur Folge berücksichtig die finale GEG-Fassung auch eine Beschlussempfehlung (17.6.2020) des Ausschusses für Wirtschaft und Energie, nach welcher Grüne Gase bessergestellt werden als bisher geplant.

Schwerer Start für Grüne Gase im GEG

Konkret geht es um das Grüne Gas Biomethan und dessen Einsatz für die Beheizung von Gebäuden. Die Klimafreundlichkeit des aufbereiteten Biogases wird in der verabschiedeten Fassung des Gebäudeenergiegesetz jetzt doch Berücksichtigung finden. In den bisherigen Entwürfen zur Regelung der Wärmeversorgung im GEG hat der Gesetzgeber keinen Unterschied bei der Klimabilanz zwischen fossilen Energieträgern wie Erdgas und Steinkohle auf der einen Seite und dem erneuerbaren Biomethan auf der anderen Seite gezeichnet. In diesem Fall wäre das erstmal teurere Grüne Gas um sein Alleinstellungsmerkmal, die bessere Klimabilanz, beraubt worden. Eine solche Einstufung von einem klassischen Grünen Gas im Gebäudeenergiegesetz wäre schwer nachvollziehbar gewesen. Zum Ende haben die Abgeordneten sich nun anders entschieden.

Positiver Wandel: Biomethan erhält Primärenergiefaktor von 0.7

Die Klimabilanz eines Energieträgers wird im GEG über den sogenannten Primärenergiefaktor berücksichtigt. Dieser, ursprünglich aus der Energieeinsparverordnung stammende Begriff, bzw. Faktor, wird bei der Berechnung der CO2-Fracht eines Energieträgers eingepreist. In den bisherigen Entwürfen des GEG lag der Primärenergiefaktor von Biomethan noch bei PF 1.1. In der Schlussfassung wird dieser Primärenergiefaktor nun immerhin auf 0.7 herabgesenkt und schafft damit einen (leichten) Vorteil gegenüber den fossilen Kollegen.

Zulassung von Grünen Gasen im Brennwertkessel und in Wärmenetzen

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Ausgestaltung des GEG ist die Entscheidung über die Energieträger, die für den Einsatz von Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich zugelassen werden – zu welcher der Gebäudesektor verpflichtet ist (Nutzungspflicht im Neubau). In allen bisherigen Entwürfen des Gesetzestextes wurde der Einsatz von Grünen Gasen, sprich Biomethan, nicht als EE akzeptiert. In der finalen Ausführung wird Biomethan nun für die Wärmeerzeugung im Brennwertkessel anerkannt und der CO2-arme Energieträger als Option zum Einsatz von Erneuerbarer Energien im Gebäudebereich und Wärmenetzen zugelassen.
Für die Grünen Gasen ist das finale Gebäudeenergiegesetz am Ende ein Fortschritt. Oder um es mit den Worten von Frau Rostek zu sagen:

Mit der Öffnung dieses neuen Marktsegments bietet sich unserer Branche eine wirtschaftliche Perspektive im Gebäudebereich. Das ist ein enorm wichtiges Signal, für das wir uns als Verbändeverbund schon lange stark gemacht haben. Wir freuen uns sehr über den Beschluss des Ausschusses zum GEG.”

Autor: Ron Kirchner

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