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Emissisonsfreier Antrieb für Binnenschiffe Tourismusflotten sollten Vorreiter sein

A ship on Rhine River in Cologne, Germany in front of the Hohenzollern Bridge and Deutzer Bridge

Die Bundesregierung hat im Dezember die Förderung der ökologischen Modernisierung von Binnenschiffen bis Ende 2020 fortgeschrieben und neue Akzente gesetzt. Neben dem Ersatz von schwerem Heizöl wird auch der Einsatz von Erdgas oder LNG gefördert, aber natürlich auch „grüner Gase“. Neben der Elektrifizierung der Antriebe auf Batteriebasis sollen künftig auch Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis stärker in den Fokus rücken. Leider hat es vor etwa zehn Jahren in der Binnenschifffahrt eine große Reinvestitionswelle gegeben, die nicht von den überkommenen Antrieben abrückte, und darüber hinaus die Schiffe größer machte. Deswegen hat das bisherige Förderprogramm des Bundesverkehrsministers auch so gut wie keine Früchte getragen.

Frachtschiffleistung in Deutschland nach deutschen und ausländischer Beflaggung

Trotzdem besteht die Chance, schrittweise die Flotte zu modernisieren, wenn man sich auf den Austausch der Antriebsaggregate oder deren Anpassung konzentriert. Auf der Ostsee, in Duisburg, in Hamburg, in Berlin, auf dem Rhein und auf der Elbe und natürlich auch auf dem Bodenesse kreuzen zahllose Tourismusschiffe mit Gastronomie und schöner Aussicht. Ähnlich, wie manche Anbieter von Kreuzfahrten schon aus Akzeptanzgründen auf emissionsarmen Antrieb umstellen, so könnte das auch bei den „Binnenkreuzfahrten“ sein. Das Förderprogramm sollte allerdings umgebaut werden. Neue Binnenschiffe mit Ölantrieb sollten überhaupt nicht mehr zugelassen und nach 60 Jahren stillgelegt werden.

Zusammensetzung der Frachtschiffflotte in Deutschland

Dafür sollte die Umrüstung auf möglichst emissionsarme oder grüne Antriebe auch bei älteren Schiffen deutlich höher gefördert werden. Dass gilt für Frachter wie für Tourismusschiffe. Nur das die Touristenfrachter oft die Innenstädte verpesten und darüber hinaus unter besonderem öffentlichem Interesse stehen. Seit dem 1.1.2020 dürfen nur noch schwefelarme Kraftstoffe eingesetzt werden, allerdings fahren trotzdem die meisten mit Diesel. Nach der Statistik der deutschen Handelsflotte des BSHI gab es am 31. Dezember 2019 insgesamt 83 Schiffe zur Personenbeförderung mit 28.819 BRZ unter deutscher Flagge, davon 2 im internationalen Register und 11 mit 776.126 BRZ unter fremder Flagge.  Ein Großteil der Schiffsneubauten des letzten Jahrzehnts stammt aus den Niederlanden, insgesamt ist allerdings der Anteil asiatische Rohbauten bereits höher. Das ändert nichts an der Notwendigkeit, die Regeln für Binnenschiffe zu verschärfen. Egal, wo sie herkommen, egal, unter welcher Flagge sie fahren. Auf deutschen und europäischen Wasserstraßen muss das Ziel „Null-Emission bis 2050“ durchgesetzt werden.

Bei den Frachtschiffen liegen die Verhältnisse ähnlich. Gab es 2000 noch 6765 Binnenfrachtschiffe in Deutschland, sank die Zahl 2009 auf 4726. Bis 2017 stieg die beförderte Frachtleistung allerdings deutlich an, was die Vermutung bestätigt, dass Reinvestition zugleich Erweiterung der Beförderungskapazität des Schiffes bedeutet.

Die Statistik des Güterverkehrs der Binnenschifffahrt umfasst Umschlag und Transporte in- und ausländischer Schiffe auf Binnengewässern des Inlandes. Laut Bundesumweltamt ist die Binnenschifffahrt deutlich klimafreundlicher als der LKW- und Busverkehr. Von den sektoralen Klimazielen sind wir allerdings noch weit entfernt. In einer neuen Studie wurden im Auftrag der NOW GmbH von Ludwig Bölkow Systemtechnik, DNV GL und dem Ingenieurbüro für Schiffstechnik die Möglichkeiten alternativer Schiffantriebe untersucht.

https://binnenschifffahrt-online.de/2020/04/featured/13950/studie-untersucht-brennstoffzelle-fuer-binnenschiffe/

Autor: Reinhard Schultz

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