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Klimaneutrale Gase haben eine große Zukunft – Schultz projekt consult

Klimaneutrale Gase haben eine große Zukunft

Gasförmige Energieträger sind heute ein wesentlicher Teil der Energieversorgung. Sie decken knapp ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs und sogar ein Drittel aller Energie außerhalb des Verkehrssektors ab (AG Energiebilanzen). Auch in Zukunft werden gasförmige Energieträger eine wesentliche Rolle spielen, nicht zuletzt aufgrund der weitgehend flächendeckend vorhandenen Infrastruktur in Europa. Im Rahmen der Energiewende und vor dem Hintergrund der internationalen Bestrebungen zum Klimaschutz ist eine massive Verringerung der Treibhausgasemissionen notwendig. Gasförmige Energieträger müssen damit zunehmend treibhausgasneutral sein und z.B. aus erneuerbaren Quellen stammen. Zu solchen erneuerbaren „Grünen“ Gasen zählen aus Biomasse erzeugte Gase (Biogas oder auch Methangas), aus erneuerbarem Strom erzeugter Wasserstoff (PtH2) und aus diesem synthetisierten Methangas (PtCH4). In der aktuellen Diskussion[1] gehört zu einem möglichen Portfolio treibhausgasneutraler oder treibhausgasreduzierter Gase auch Wasserstoff aus fossilen Quellen, wenn das bei seiner Erzeugung entstehende Kohlenstoffdioxid aufgefangen und dem Kohlenstoffkreislauf der Atmosphäre entzogen wird.
Biogas wird heute in begrenzten Mengen in Deutschland erzeugt und die Produktion Grüner Gase aus erneuerbarem Strom wird in ersten Pilotanlagen getestet. Für die Produktion, der im Rahmen der Energiewende benötigten, großen Mengen treibhausgasarmer Gase sind aber Kapazitäten im industriellen Maßstab erforderlich. Darüber hinaus muss entsprechende Infrastruktur für deren Konditionierung, Transport und Verteilung auf Basis der bestehenden Gasinfrastruktur angepasst oder neu entwickelt werden, insbesondere für die Nutzung von Wasserstoff. Gerade in der Anfangsphase einer Transformation des Versorgungssystems ist es hilfreich, wenn die Erzeugung des Grünen Gases möglichst nahe an den relevanten Verbrauchern geschieht. Neben der energetischen Verwendung sind Grüne Gase auch ein wichtiger Rohstoff für die chemische und petrochemische Industrie der Zukunft.
Der mit dieser Systemtransformation einhergehende Aufbau neuer industrieller und infrastruktureller Kapazitäten eröffnet gerade in einer Region wie Mitteldeutschland die Chance, den erwarteten Strukturwandel proaktiv mit zu gestalten. Die Nutzung der umfangreichen vorhandenen Industriepotenziale und der Aufbau neuer Wertschöpfungsketten eröffnet Chancen zum Übergang von einem fossilen zu einem von erneuerbaren geprägten Energiesystem. Dabei besteht die Chance, die Erfüllung der politisch gesetzten Treibhausgasreduktionsziele mit der Entwicklung neuer industrieller Märkte zu verbinden.

Autoren: Reinhard Schultz und Ron Kirchner

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