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Welthandelskrieg bedroht deutsche Maschinenbauexporte

Welthandelskrieg bedroht deutsche Maschinenbauexporte

Herausforderungen für deutsche und europäische politische Entscheidungsträger

Bereits vor der COVID-19-Pandemie sind die deutschen mechanischen Exporte aufgrund einer Vielzahl von Maßnahmen, die von Regierungen im Ausland umgesetzt werden, massiv zurückgegangen.
Steuerliche Anreize für Exporteure und ungewisse Exportfinanzabkommen haben dem deutschen Maschinenbausektor geschadet, selbst wenn es um Aufträge im Binnenmarkt ging.
Die Importpolitik, die eine Bedrohung für den deutschen Maschinenbauexport darstellt, konzentriert sich auf eine kleine Anzahl größerer Handelspartner, insbesondere die BRICS-Staaten.
Die Lehre aus dieser Studie kann nur sein, dass sich die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf eindeutige Spielregeln einigen. Alle Hoffnungen auf Welthandelsabkommen oder die Globalisierung der Märkte insgesamt sind in wenigen Monaten durch Protektionismus – der schon den Charakter von Handelskrieg aufweist – systematisch zerstört worden.

 

VDMA-Studie durchleuchtet schwerwiegende Exporthemmnisse

Eine neue Studie gibt einen Überblick über Hindernisse für deutsche Maschinenbauexporteure, die im Auftrag des VDMA vom „Global Trade Alert Team“ der Universität St. Gallen, Schweiz erhoben wurden, und untersucht die internationale Situation, die weit über traditionelle Exporthemmnisse wie Zölle und nicht tarifgebundene Handelshemmnisse hinaus geht.
Die deutsche Wirtschaft ist an den uneingeschränkten Zugang zu weltweiten und internationalen Märkten gebunden. Protektionismus, der von Handelspartnern umgesetzt wird, wird von lokalen Exporteuren als unerwünschte Bedrohung angesehen. Die meisten Deutschen sind auf Exportaufträge angewiesen, daher wird ein verlorener Exportauftrag als Bedrohung für den Durchschnittsdeutschen gezählt.

 

Ein regelbasiertes Handelssystem ist zwingend

Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass die Unterstützung eines regelbasierten Handelssystems erforderlich ist. Eine wirksame handelspolitische Interessenvertretung benötigt hochwertige Informationen über politische Entwicklungen im Ausland. Während einer Krise ist eine solche Befürwortung von entscheidender Bedeutung, da die Regierungen unabhängig von den Lehren aus der Vergangenheit eher auf Protektionismus zurückgreifen. Das Hauptziel dieses Projekts ist es, dem VDMA zu ermöglichen, Außenhandelsverzerrungen zu identifizieren, die Exportanteile des deutschen Maschinenbausektors gefährden. Obwohl diese Studie vor COVID-19 initiiert wurde zeigt sie, dass der deutsche Maschinenbau seit Beginn des Jahres stark behindert wurde. Sie legt einen Maßstab fest, anhand dessen außenwirtschaftliche Richtlinien anderer Länder beurteilt werden können. Die Pandemie-Reaktion ausländischer Regierungen ist jedoch nicht die eigentliche Ursache des Exporteinbruchs beim deutschen Maschinenbau.


Dieser Bericht analysiert mehr als nur die herkömmlichen Einfuhrbeschränkungen, z.B. Zölle, Antidumpingzölle sowie Subventionen für importkonkurrierende Unternehmen. Exportanreize ausländischer Regierungen für ihre auf Drittmärkten verkauften Unternehmen sind viel tiefgreifendere Handelshemmnisse. Schätzungen der deutschen Maschinenbauexporte mit Blick auf die Auswirkungen der Außenhandelspraxis wurden in Bezug auf jeden wichtigen Außenhandelspartner vorgelegt. Diese Schätzungen veranschaulichen das Ausmaß, in dem deutsche Exporte für Auslandspolitiken gefährdet sind und zugleich lokale Unternehmen begünstigt werden.
Die Global Trade Alert-Datenbank und die Datenbank der Welthandelsorganisation zu staatlichen Mitteilungen über technische Handelshemmnisse wurden beauftragt, Anfang dieses Jahres Schätzungen über den Prozentsatz der weltweit gefährdeten deutschen Exporte zu erstellen.


Wichtigkeit der Anreize für ausländische Exporte

Der weltweite Wettbewerb gegen deutsche Maschinenbauer, die Steuervergünstigungen und andere Anreize erhalten, ist intensiv. Solche Anreize ermöglichen es der ausländischen Konkurrenz, deutsche Maschinenbauer zu unterbieten und sie zu zwingen, niedrigere Margen zu akzeptieren oder Marktanteile im Allgemeinen zu verlieren. Ein entscheidendes Element der oben genannten Anreize ist, dass sie tendenziell den Umsatz in Drittmärkten beeinflussen. Die Feststellung, die staatliche Förderung deutscher Maschinenbauexporte zum Beispiel durch Exportbürgschaften, liegt in der Regel im beiderseitigen Interesse, dem des Zielmarktes und dem der deutschen Wirtschaft. Insofern sind solche Maßnahmen nicht vergleichbar mit den heute überbordenden protektionistischen Maßnahmen anderer Industrieländer, die sich überwiegend oder ausschließlich gegen deutsche Produkte wenden.

 

Anlass zur Sorge für sieben Handelspartner durch technische Handelshemmnisse

Laut dieser Studie der Universität St. Gallen ist der Marktzugang für deutsche Produkte aufgrund der unterschiedlichen Vorschriften in wichtigen Märkten wie Brasilien, China und den USA schwieriger geworden und hat die Kosten für die Importeure deutlich erhöht und die Exporte einbrechen lassen. Abbildung (1) zeigt, wie sich die Auswirkungen ausländischer regulatorischer Maßnahmen auf sieben wichtige Handelspartner konzentriert.

Autor: Bahareh Abassi
Link zur VDMA-Studie

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