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Öko-Sprit aus CO2 – Geht das wirtschaftlich? – Schultz projekt consult

Öko-Sprit aus CO2 – Geht das wirtschaftlich?

Öko-Sprit aus CO2 - Geht das wirtschaftlich?

Die Firma “Sunfire”, ein Gemeinschaftsunternehmen von insgesamt zehn Partnern aus Industrie und Wissenschaft, verspricht nichts weniger als eine industrielle Wiederverwertung von Kohlendioxid in großem Stil und damit einen wichtigen Baustein zur Lösung des globalen Klimaproblems. Bundesforschungsministerin Wanka fördert das Projekt und wird die Pilotanlage in Dresden am kommenden Freitag besuchen.

Nicht nur der Name Bilfinger steht dafür, dass es sich hier um ein ambitioniertes Entwicklungsprojekt handelt: Mit an Bord bei der Sunfire GmbH sind auch die Universitäten Bayreuth und Stuttgart, das Forschungszentrum Jülich, die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, der Energiekonzern Vattenfall und die Deutsche Lufthansa.

Gefördert wird das “Leuchtturmprojekt” des Bundesforschungsministeriums im Rahmen des Programms “Technologien für Klimaschutz und Nachhaltigkeit” mit 6,4 Millionen Euro, die Industrie übernimmt Kosten von vier Millionen Euro.“

Die Idee ist nicht neu. Bereits in sechs Pilotanlagen wird in Deutschland erprobt, aus überschüssigem Windstrom über Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen, der dann mithilfe von CO2 zu Methan umgewandelt wird (Power to Gas). Jetzt soll in Dresden dieses Synthesegas noch zusätzlich in einen flüssigen Kraftstoff umgewandelt werden. Verfahrenstechnisch sicherlich möglich. Die Frage stellt sich nur nach dem Sinn und nach der Wirtschaftlichkeit. Schon Power to Gas ist ein wenig energieeffizientes aber umso teureres Verfahren. Das erzeugte Gas entspricht Erdgasqualität und wird ins Erdgasnetz eingespeist. Von hier steht es für jeden Zweck überall zur Verfügung: Für die Strom- und Wärmerzeugung, aber auch als gasförmiger Kraftstoff. Jetzt kommt noch ein technischer Verfahrensschritt hinzu. Das macht die Sache nicht effizienter und auch nicht billiger. Und es gleicht dem Versuch, aus Erdgas Mineralöl herzustellen. Niemand käme auf diese Idee. Denn Erdgas ist ein idealer Kraftstoff und in Verbrennungsmotoren einsetzbar.

Das CO2 in diesen Prozessen kann aus fossilen Kraftwerken stammen, aber auch aus Biogas-Aufbereitungsanlagen. Im zweiten Fall hätten wir immerhin noch eine Treibhausgas-Gutschrift zu verbuchen.

Meine Mitarbeiter haben unabhängig von den Dresdner Versuchen kürzlich durchgerechnet, was die Umwandlung von CO2 aus einem Braunkohlekraftwerk in Erdgas kosten könnte. Es war nicht finanzierbar, selbst wenn das Gas keinerlei Besteuerung unterläge. Es sei denn, die CO2-Zertifikatepreise lägen über 70 Euro die Tonne.

Die Dresdner Tüftler versprechen, einen energetischen Gesamtwirkungsgrad von über 70 Prozent zu erreichen. Das halte ich für völlig ausgeschlossen. Und damit lässt sich auch das andere Versprechen nicht einlösen: Dass der synthetische Sprit bei einer entsprechenden Mineralölsteuerbefreiung wettbewerbsfähig sei. Forschung und Entwicklung ist immer gut. Aber ich warne dringend davor, aus dieser technischen Spielerei einen auch nur mittelfristig nennenswerten Beitrag zur Lösung unserer energie- und klimapolitischen Probleme abzuleiten. Die Politik lässt sich gern mit technologischen Wundern in ferner Zukunft besoffen machen. Dann braucht sie heute nicht zu entscheiden.

Die Firma “Sunfire”, ein Gemeinschaftsunternehmen von insgesamt zehn Partnern aus Industrie und Wissenschaft. verspricht nichts weniger als eine industrielle Wiederverwertung von Kohlendioxid in großem Stil und damit einen wichtigen Baustein zur Lösung des globalen Klimaproblems. Bundesforschungsministerin Wanka fördert das Projekt und wird die Pilotanlage in Dresden am kommenden Freitag besuchen.

Nicht nur der Name Bilfinger steht dafür, dass es sich hier um ein ambitioniertes Entwicklungsprojekt handelt: Mit an Bord bei der Sunfire GmbH sind auch die Universitäten Bayreuth und Stuttgart, das Forschungszentrum Jülich, die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, der Energiekonzern Vattenfall und die Deutsche Lufthansa.

Gefördert wird das “Leuchtturmprojekt” des Bundesforschungsministeriums im Rahmen des Programms “Technologien für Klimaschutz und Nachhaltigkeit” mit 6,4 Millionen Euro, die Industrie übernimmt Kosten von vier Millionen Euro.“

 

Die Idee ist nicht neu. Bereits in sechs Pilotanlagen wird in Deutschland erprobt, aus überschüssigem Windstrom über Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen, der dann mithilfe von CO2 zu Methan umgewandelt wird (Power to Gas). Jetzt soll in Dresden dieses Synthesegas noch zusätzlich in einen flüssigen Kraftstoff umgewandelt werden. Verfahrenstechnisch sicherlich möglich. Die Frage stellt sich nur nach dem Sinn und nach der Wirtschaftlichkeit. Schon Power to Gas ist ein wenig energieeffizientes aber umso teureres Verfahren. Das erzeugte Gas entspricht Erdgasqualität und wird ins Erdgasnetz eingespeist. Von hier steht es für jeden Zweck überall zur Verfügung: Für die Strom- und Wärmerzeugung, aber auch als gasförmiger Kraftstoff. Jetzt kommt noch ein technischer Verfahrensschritt hinzu. Das macht die Sache nicht effizienter und auch nicht billiger. Und es gleicht dem Versuch, aus Erdgas Mineralöl herzustellen. Niemand käme auf diese Idee. Denn Erdgas ist ein idealer Kraftstoff und in Verbrennungsmotoren einsetzbar.

Das CO2 in diesen Prozessen kann aus fossilen Kraftwerken stammen, aber auch aus Biogas-Aufbereitungsanlagen. Im zweiten Fall hätten wir immerhin noch eine Treibhausgas-Gutschrift zu verbuchen.

Meine Mitarbeiter haben unabhängig von den Dresdner Versuchen kürzlich durchgerechnet, was die Umwandlung von CO2 aus einem Braunkohlekraftwerk in Erdgas kosten könnte. Es war nicht finanzierbar, selbst wenn das Gas keinerlei Besteuerung unterläge. Es sei denn, die CO2-Zertifikatepreise lägen über 70 Euro die Tonne.

Die Dresdner Tüftler versprechen, einen energetischen Gesamtwirkungsgrad von über 70 Prozent zu erreichen. Das halte ich für völlig ausgeschlossen. Und damit lässt sich auch das andere Versprechen nicht einlösen: Dass der synthetische Sprit bei einer entsprechenden Mineralölsteuerbefreiung wettbewerbsfähig sei. Forschung und Entwicklung ist immer gut. Aber ich warne dringend davor, aus dieser technischen Spielerei einen auch nur mittelfristig nennenswerten Beitrag zur Lösung unserer energie- und klimapolitischen Probleme abzuleiten. Die Politik lässt sich gern mit technologischen Wundern in ferner Zukunft besoffen machen. Dann braucht sie heute nicht zu entscheiden.

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